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rezension von oliver ligneth-dahm
maerz 2005

Gottlob, es gibt sie noch: melancholisch-düstere Lyrik, die in aller Hinsicht ausnahmsweise einmal nichts mit der unbeholfenen, klischeeüberladenen Hobbydichterei mitteilungsbedürftiger Goths zu tun hat. So präsentiert der Berliner Arne-Wigand Baganz, Jahrgang ’78, mit seiner ersten Gedichtsammlung „seelengruende“ ein handwerklich fundiertes Stück Literatur, das den Vergleich keineswegs zu scheuen braucht. Baganz’ Stücke haben oftmals aphoristischen Charakter, jedoch ohne dabei ihren lyrischen Anspruch außer acht zu lassen. Neben einem ausgedehnten, einfallsreichen Wortschatz verfügt der Autor zudem über eine stilistische Vielfalt, welche „seelengruende“ zu einem angenehmen wie abwechslungsreichen Lesevergnügen machen. Ob metaphorisch-expressionistisch, subtil beißend oder bisweilen experimentell-dadaistisch – stets wird deutlich, daß er einer der wenigen jungen Autoren mit Potential ist, die vor allem um der Sprache Willen selbige so weitläufig als auch packend einzusetzen imstande sind. Baganz weiß halt, warum er seine durchweg ausgereiften Eingebungen in der gewählten Form schreibt: weil er es kann. So einfach und zugleich tiefgehend kann gute Lyrik sein!

Arne-Wigand Baganz: „seelengruende – Gedichte 1999–2004“
Books on Demand Norderstedt, 92 Seiten, ISBN 3-8334-1226-7, 10,00 €; www.seelengruende.de

oliver ligneth-dahm



s e e l e n g r u e n d e - arne-wigand baganz
92 Seiten. EUR 10,- ISBN 3-8334-1226-7


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